Sonnenbrand natürlich behandeln: Erste Hilfe mit Johanniskraut & Lavendel

Gerade im Sommer passiert es schnell: ein Nachmittag in der Sonne, ein Ausflug an den See oder Gartenarbeit im Freien und am Abend zeigt sich die Quittung. Die Haut ist gerötet, spannt und schmerzt. Viele Menschen suchen dann nach natürlichen Möglichkeiten, um ihre Haut zu beruhigen. Welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und wie Heilpflanzen wie Johanniskraut und Lavendel die Regeneration unterstützen können, erfährst du in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sonnenbrand und wie entsteht er?

Sonnenbrand entsteht durch eine Überdosierung von UV-B-Strahlen. Diese schädigen die Hautzellen und lösen eine Entzündungsreaktion aus. Die Blutgefäße erweitern sich, wodurch die typische Rötung entsteht. Gleichzeitig werden Entzündungsstoffe freigesetzt, die Schmerzen, Schwellungen und Wärmegefühl verursachen.

Die Beschwerden treten meist etwa 6 bis 8 Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf und erreichen ihren Höhepunkt oft erst nach 24 bis 36 Stunden. In der Regel heilt der Sonnenbrand nach 1 bis 2 Wochen ab.

Die Schweregrade eines Sonnenbrandes

Leichter Sonnenbrand (Grad 1)

  • Rötung der Haut
  • Wärmegefühl
  • Spannungsgefühl
  • leichte Schmerzen oder Juckreiz

Die Haut ist zwar gereizt, aber noch intakt. Dieser Sonnenbrand heilt meist innerhalb weniger Tage ab.

Mittelschwerer Sonnenbrand (Grad 2)

  • starke Rötung
  • deutliche Schmerzen
  • Schwellungen
  • Bildung kleiner oder größerer Blasen

Hier sind bereits tiefere Hautschichten betroffen. Die Heilung dauert länger und die Haut benötigt besondere Pflege.

Schwerer Sonnenbrand (Grad 3)

  • ausgedehnte Blasenbildung
  • starke Schwellungen
  • sehr starke Schmerzen
  • teilweise Zerstörung tiefer Hautschichten

Dieser Schweregrad ist selten, stellt jedoch einen medizinischen Notfall dar.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand: Das solltest du sofort tun

Die wichtigste Maßnahme ist, die Sonne sofort zu verlassen.

1. Haut kühlen

In der akut brennenden Phase verlangt der Körper nach Kühlung. Kühle Umschläge oder lauwarme Duschen können die Beschwerden lindern. Eis oder eiskaltes Wasser solltest du vermeiden, da dies die gereizte Haut zusätzlich belastet.

Bei einem leichten Sonnenbrand können auch feucht-kalte Auflagen wie Essig- oder Quarkumschläge Linderung bringen. Bitte beachte aber, dass Essig- und Quarkumschläge nicht auf offenen oder blutenden Wunden angewendet werden dürfen!

Für einen Essigumschlag verdünnst du Essig 1:1 mit Wasser und machst damit Auflagen.

Für Quarkumschläge streichst du zimmerwarmen Quark etwa 1 cm dick auf ein dünnes Baumwoll- oder Leinentuch. Schlage das Tuch ein, damit der Quark nicht direkt mit der Haut in Berührung kommt. Nun legst du den Wickel vorsichtig auf die betroffene Hautstelle und lässt ihn etwa 15 Minuten wirken bis der Quark warm wird. Du kannst den Wickel bei Bedarf öfter erneuern.

2. Viel trinken

Durch die Entzündungsreaktion verliert die Haut viel Flüssigkeit. Ausreichendes Trinken unterstützt den Körper bei der Regeneration.

3. Haut schonen

Verzichte auf einen Aufenthalt in der Sonne bis die Haut vollständig abgeheilt ist. Locker sitzende Kleidung – am besten aus Naturfasern – verhindert zusätzliche Reibung und schützt zuverlässig.

Johanniskrautöl – traditionelle Hilfe für gereizte Haut

Johanniskraut - natürliche Hilfe bei Sonnenbrand

Johanniskraut (Hypericum perforatum) gehört zu den bekanntesten heimischen Heilpflanzen. Das intensiv rot gefärbte Johanniskrautöl (Rotöl) wird traditionell zur Pflege gereizter, strapazierter Haut eingesetzt.

Wirkung auf die Haut

Johanniskrautöl kann:

  • die Haut beruhigen
  • die Regeneration unterstützen
  • Spannungsgefühle lindern
  • die Pflege trockener und schuppender Haut unterstützen

Besonders in der späteren Heilungsphase eines leichten Sonnenbrandes wird Johanniskrautöl gerne verwendet.

Anwendung

Das Öl kann dünn auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, sobald die akute Hitze der Haut abgeklungen ist.

Wichtiger Hinweis

Johanniskraut kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Deshalb sollte behandelte Haut nicht unmittelbar danach erneut der Sonne ausgesetzt werden. Die Anwendung eignet sich vor allem abends oder während der Heilungsphase in geschlossenen Räumen.

Lavendel – beruhigende Heilpflanze für sonnengestresste Haut

Lavendel -hautberuhigend bei Sonnenbrand

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist für seine hautberuhigenden Eigenschaften bekannt. Sowohl das ätherische Lavendelöl als auch Lavendeltinktur werden traditionell bei kleineren Hautreizungen verwendet.

Ätherisches Lavendelöl

Lavendelöl wirkt:

  • hautberuhigend
  • kühlend
  • entspannend
  • unterstützend für die Hautregeneration

Anwendung

Ätherisches Lavendelöl kann als eines der ganz wenigen ätherischen Öle unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Dies solltest du aber nur bei kleineren Flächen tun.

Möchtest du es auf größere Flächen auftragen – wie es bei einem Sonnenbrand in der Regel der Fall ist – kannst du es mit einem hochwertigen Trägeröl mischen. Hier bietet sich beispielsweise eine 10 %ige Mischung mit Johanniskrautöl an. Aber auch eine Mischung mit Aloe-Vera-Gel ist möglich. Einige Tropfen Lavendelöl genügen bereits.

Wichtig: auf offene Blasen oder stark geschädigte Haut gehört ätherisches Öl nicht.

Lavendeltinktur

Eine verdünnte Lavendeltinktur kann als kühlender Umschlag verwendet werden. Dazu wird die Tinktur mit Wasser verdünnt und ein sauberes Tuch darin getränkt.

Der kühlende Effekt wird oft als angenehm empfunden und kann das Spannungsgefühl der Haut lindern.

Weitere Heilpflanzen zur Pflege sonnengestresster Haut

Neben Johanniskraut und Lavendel haben sich auch andere Pflanzen bei sonnengestresster Haut bewährt:

  • Aloe Vera: Das Gel der Aloe vera spendet Feuchtigkeit und wird von vielen Menschen als angenehm kühlend empfunden.
  • Ringelblume: Ringelblumenpräparate können die Pflege gereizter Haut unterstützen und werden traditionell bei kleineren Hautschäden eingesetzt.
  • Kamille: Kamillenumschläge können beruhigend wirken, sollten jedoch bei bekannter Allergie gegen Korbblütler nicht angewendet werden.

Als zusätzliche Unterstützung lohnt sich ein Blick auf die Gemmotherapie.

Das Gemmomazerat der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) ist eines der wichtigsten Mittel in der Gemmotherapie. Es ist unter anderem für seine entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung bekannt. Du kannst das Gemmomazerat parallel zu den anderen Maßnahmen deiner Wahl einsetzen und deine Haut so zusätzlich bei der Regeneration unterstützen.

Gemmomazerate werden als Spray angeboten und sind in erster Linie für die innerliche Anwendung gedacht. Die Handhabung ist unkompliziert – sie werden einfach in den Mund gesprüht.

Wann du bei Sonnenbrand zum zum Arzt gehen solltest?

Nicht jeder Sonnenbrand muss ärztlich behandelt werden. In den folgenden Fällen ist jedoch medizinische Hilfe sinnvoll:

  • großflächige Blasenbildung
  • starke Schmerzen
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufprobleme
  • Kopfschmerzen oder Schwindel
  • Sonnenbrand bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Anzeichen einer Infektion der Haut
  • Sonnenbrand im Gesicht mit Beteiligung der Augen

Auch Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollten bei stärkeren Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Sonnenbrand vorbeugen: So schützt du deine Haut

Die beste Behandlung ist immer Vorbeugung. Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko deutlich reduzieren:

  • langsam an die Sonnenbestrahlung gewöhnen, indem die Dauer der Bestrahlung langsam gesteigert wird
  • intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • schützende Kleidung tragen
  • Sonnenhut verwenden
  • Sonnenschutzmittel mit passendem Lichtschutzfaktor auftragen
  • spätestens bei Erreichen der maximalen Sonnenzeit (= Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor) aus der Sonne gehen
  • Kinder besonders konsequent schützen
  • auch im Schatten und bei Bewölkung auf UV-Strahlung achten

Fazit

Ein Sonnenbrand ist mehr als nur eine harmlose Hautrötung. Die UV-Strahlung erzeugt eine Entzündung der Haut, die ernst genommen werden sollte. Kühlung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und konsequenter Sonnenschutz sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen.

Zur unterstützenden Pflege können traditionelle Heilpflanzen wie Johanniskraut und Lavendel wertvolle Begleiter sein. Dennoch ersetzen Heilpflanzen keine ärztliche Behandlung, wenn der Sonnenbrand schwer ausfällt oder zusätzlich Allgemeinsymptome auftreten.

Wer seine Haut gut schützt und Warnsignale früh erkennt, kann die Sonne genießen, ohne der Haut unnötig zu schaden.

Häufige Fragen

Hinweis: Die genannten Wirkungen beruhen ganz oder teilweise auf Erfahrungen aus der Naturheilkunde und ersetzen keine medizinische Beratung. Weitere Hinweise in den Nutzungsbedingungen.

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