Salbei - traditionelle Heilpflanze bei Hitzewallungen in den Wechseljahren

Salbei gegen Hitzewallungen – natürliche Hilfe in den Wechseljahren

Vielleicht kennst du das: plötzlich wird dir heiß, dein Gesicht glüht, Schweißperlen bilden sich auf der Stirn und die Hitze breitet sich über Hals und Oberkörper aus. Wenige Minuten später fröstelst du. Je nach Situation in der du dich gerade befindest, kann das sehr unangenehm und belastend sein.

Hitzewallungen gehören für viele Frauen zu den häufigsten Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Während manche sie nur gelegentlich erleben, treten sie bei anderen Frauen mehrmals täglich oder nachts auf und können den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht: die Natur hält einige bewährte Heilpflanzen bereit, die dich in dieser Lebensphase unterstützen können.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Hitzewallungen entstehen, wie Salbei und andere heimische Kräuter richtig eingesetzt werden und welche einfachen Maßnahmen zusätzlich für mehr Wohlbefinden sorgen können.

Inhaltsverzeichnis:

Warum entstehen Hitzewallungen?

Während der Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt. Vor allem der sinkende Östrogenspiegel irritiert das Temperaturzentrum im Gehirn. Bereits normale Körperwärme wird fälschlicherweise als Überhitzung interpretiert. Die Blutgefäße erweitern sich plötzlich, die Haut wird stärker durchblutet und der Körper versucht, sich durch vermehrtes Schwitzen abzukühlen.

Typische Beschwerden sind:

  • plötzlich auftretende Hitzegefühle
  • Gesichtsrötung
  • starkes Schwitzen
  • Herzklopfen
  • anschließendes Frösteln
  • nächtliche Schweißausbrüche

Die Intensität kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein und verändert sich häufig im Laufe der Wechseljahre.

Salbei – die Heilpflanze bei übermäßigem Schwitzen

Salbei

🍃 Pflanzensteckbrief Salbei

Botanischer Name: Salvia officinlalis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig, trocken, kalkhaltig
Verwendete Teile: Blätter
Sammelzeit: Juni bis August

Salbei gehört zu den klassischen Heilpflanzen Europas und wird bereits seit Jahrhunderten gegen starkes Schwitzen eingesetzt.

Wichtige Inhaltsstoffe sind:

  • ätherisches Öl
  • Thujon
  • Cineol
  • Kampfer
  • Rosmarinsäure
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Flavonoide

Vor allem seine schweißhemmenden Eigenschaften machen Salbei bei Hitzewallungen intessant. Gleichzeitig wirkt er leicht entzündungshemmend und unterstützt die Mund- und Rachenschleimhaut.

Viele Frauen berichten, dass regelmäßiges Trinken von Salbeitee die Häufigkeit und Intensität ihrer Hitzewallungen vermindert. Wissenschaftliche Studien deuten ebenfalls auf eine mögliche lindernde Wirkung hin, auch wenn die Datenlage insgesamt noch begrenzt ist.

Salbeitee richtig zubereiten

Für eine Tasse benötigst du:

  • 1 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Salbeiblätter
  • 150 ml heißes Wasser

Die Salbeiblätter mit dem heißen Wasser übergießen, 1 bis 3 Minuten ziehen lassen, abseihen. Je nach Verträglichkeit kannst du von diesem Tee täglich 2 bis 3 Tassen trinken.

Gut zu wissen

  • Bei Hitzewallungen muss Salbeitee lauwarm getrunken werden. Heiß getrunken kann er die Schweißausbrüche sogar noch verstärken.
  • Salbei sollte nicht dauerhaft in sehr großen Mengen angewendet werden. Aufgrund seines Thujongehalts empfiehlt sich nach einigen Wochen eine Anwendungspause.
  • Bei Wechseljahrsbeschwerden ist es sinnvoll, nach einigen Wochen eine Einnahmepause zu machen und zu prüfen, ob die Beschwerden weiterhin bestehen.

Teerezepte mit Salbei

Erfrischende Teemischung mit Salbei und Pfefferminze

Nicht jeder mag den kräftigen Geschmack von reinem Salbeitee. Pfefferminze sorgt für eine angenehme Frische und unterstützt das kühlende Gefühl.

Für eine Tasse benötigst du:

  • 2 Teile Salbeiblätter
  • 1 Teil Pfefferminzblätter

2 Teelöffel der Mischung mit 200 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen, bedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Tee abkühlen lassen und davon täglich 2 bis 3 Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

Salbei und Hopfen – Unterstützung bei nächtlichen Hitzewallungen

Viele Frauen leiden besonders nachts unter Schweißausbrüchen. Einige berichten sogar, dass sie sich nachts mehrmals umziehen müssen, weil die Nachtwäsche durchgeschwitzt ist. Dadurch wird der Schlaf unterbrochen und die Erholung leidet.

Hier kann eine Kombination aus Salbei und Hopfen sinnvoll sein.

Hopfen ist vor allem für seine beruhigenden Eigenschaften bekannt und wird traditionell zur Unterstützung eines ruhigen Schlafes verwendet. Gemeinsam mit Salbei entsteht eine Mischung, die bei nächtlichem Schwitzen helfen und die Einschlafphase unterstützen kann.

Rezept

  • 1 Teil Salbeiblätter
  • 1 Teil Hopfenzapfen

1 Esslöffel der Mischung mit 200 ml heißem, nicht mehr kochenden Wasser übergießen, bedeckt 7 Minuten ziehen lassen, abseihen und abkühlen lassen. Am Abend 2 Tassen trinken.

Salbei äußerlich anwenden

Salbei kann nicht nur getrunken werden. Eine kühle Waschung mit Salbeitee wird von vielen Frauen als angenehm empfunden, besonders an warmen Tagen.

So geht’s

Einen kräftigen Salbeitee zubereiten (doppelte Menge Salbeiblätter, 15 Minuten ziehen lassen), vollständig abkühlen lassen und Gesicht, Nacken, Brust oder Arme mit einem Waschlappen sanft abwaschen.

Der zusammenziehende Effekt und die ätherischen Öle hinterlassen ein frisches Hautgefühl und können bei starkem Schwitzen wohltuend sein.

Weitere natürliche Maßnahmen gegen Hitzewallungen

Neben Heilpflanzen können kleine Alltagshilfen den Umgang mit Hitzewallungen erleichtern.

Zitronenwaschung

In einem Liter Wasser löst du 1 Teelöffel Meer- oder Natursalz (ohne Zusätze) auf und gibst 2 bis 3 Tropfen ätherisches Zitronenöl dazu. Waschungen damit sorgen tagsüber für eine angenehme Frische.

Hinweis: Das Salz sorgt dafür, dass sich das ätherische Öl gut mit dem Wasser vermischt.

Tipp: Anstelle der oben genannten Mischung kannst du auch einige Spritzer Zitronensaft in kühles Wasser geben und Gesicht, Nacken oder Unterarme damit abwaschen. Schau einfach, welche Variante dir mehr zusagt.

Fächer

Der klassische Handfächer erlebt zu Recht ein Comeback. Er passt in fast jede Handtasche und sorgt sofort für Abkühlung.

Pfefferminzroller

Ein Pfefferminzroller kann ebenfalls unterstützend sein. Sparsam auf Schläfen (mit Abstand zu den Augen), Nacken oder Handgelenke aufgetragen, sorgt das in Pfefferminz enthaltene Menthol für ein kühlendes Gefühl.

Weitere hilfreiche Tipps

  • Trage Kleidung im Zwiebellock.
  • Bevorzuge atmungsaktive Naturfasern.
  • Halte das Schlafzimmer kühl.
  • Regelmäßige Bewegung und Entspannungsverfahren können vielen Frauen zusätzlich gut tun.
  • Regelmäßige Saunabesuche können ebenfalls unterstützend sein.

Ernährung bei Hitzewallungen – kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Nicht nur Heilpflanzen können dich in den Wechseljahren unterstützen. Auch deine Ernährung kann einen Einfluss darauf haben, wie häufig oder intensiv Hitzewallungen auftreten. Zwar reagiert jede Frau unterschiedlich, doch einige Lebensmitel gelten als typische Auslöser.

Scharfe Gewürze bewusst genießen

Chili, Cayennepfeffer, scharfer Paprika oder Ingwer regen die Durchblutung an und können das Hitzegefühl verstärken. Wenn du bemerkst, dass Hitzewallungen nach scharf gewürzten Speisen häufiger auftreten, lohnt es sich diese etwas sparsamer zu verwenden.

Chili können aufgrund ihrer Schärfe Hitzewallungen verstärken

Kaffee und koffeinhaltige Getränke

Kaffee, schwarzer Tee, grüner Tee und Energydrinks können bei manchen Frauen Hitzewallungen oder Herzklopfen verstärken. Probiere aus, ob dir eine Reduzierung oder der Wechsel auf entkoffeinierten Kaffee oder Kräutertees guttut.

Alkohol

Auch Wein, Bier oder hochprozentige Getränke erweitern die Blutgefäße und können Hitzewallungen begünstigen – insbesondere am Abend. Wer unter nächtlichen Schweißausbrüchen leidet, profitiert oft davon, Alkohol nur selten oder gar nicht zu trinken.

Ausreichend trinken

Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. Deshalb ist es wichtig, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken. Ideal sind Wasser, ungesüßte, dünn aufgebrühte Kräutertees oder leicht aromatisiertes Wasser mit Zitronenscheiben, Gurken oder frischen Kräutern.

Faustregel: Der normale Flüssigkeitsbedarf liegt bei 30 ml pro kg Körpergewicht – bei starkem Schwitzen entsprechend mehr.

Leichte und ausgewogene Kost

Viele Frauen empfinden mehrere kleine Mahlzeiten als angenehmer als wenige große Portionen. Frisches Gemüse, Obst, Vollkornprrodukte, Hülsenfrüchte und hochwertige pflanzliche Öle bilden die Grundlage einer ausgewogenen Ernährung und tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Pflanzliche Östrogene – ein möglicher Beitrag

Lebensmittel mit Phytoöstrogenen wie Sojabohnen, Tofu, Tempeh, Leinsamen oder Kichererbsen können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Phytoöstrogene ähneln in ihrer Struktur den körpereigenen Östrogenen. Ob sie Hitzewallungen lindern, wird wissenschaftlich weiterhin untersucht. Manche Frauen berichten über eine Besserung ihrer Beschwerden, während andere keinen Unterschied bemerken.

Gut zu wissen

Wenn Du an hormonabhängigem Brustkrebs oder einer anderen hormonabhängigen Krebserkrankung erkrankt bist oder warst, sprich größere Ernährungsumstellungen sowie die Einnahme von Isoflavon-Präparaten am besten mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem behandelnden Arzt ab. Normale Mengen traditioneller Sojalebensmittel wie Tofu, Tempeh oder Edamame gelten nach heutigem Wissensstand für die meisten Betroffenen als unbedenklich, hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel werden jedoch vorsichtiger beurteilt.

Anders als Soja enthalten Leinsamen überwiegend Lignane und nicht Isoflavone. Beide gehören zwar zu den Phytoöstrogenen, unterscheiden sich aber chemisch und in ihrer Wirkung.

Die Rolle des Körpergewicht – oft unterschätzt

Ein normales Körpergewicht kann sich günstig auf Hitzewallungen auswirken. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann bei übergewichtigen Frauen die Beschwerden vermindern. Dabei geht es nicht um Schlankheitsideale, sondern darum, den Stoffwechsel und die Wärmeregulation des Körpers zu unterstützen.

Fazit

Hitzewallungen gehören für viele Frauen zu den Wechseljahren, müssen den Alltag jedoch nicht bestimmen.

Salbei zählt zu den am besten bewährten heimischen Heilpflanzen gegen übermäßiges Schwitzen. Als Tee, in Kombination mit Pfefferminze oder Hopfen sowie als kühlende Waschung bietet er verschiedene Möglichkeiten, Beschwerden auf natürliche Weise zu begleiten.

Zusammen mit kleinen Alltagshilfen wie Zitronenwaschungen, einem Fächer oder einem Pfefferminzroller entsteht ein einfaches und gut umsetzbares Wohlfühlprogramm für heiße Momente.

Wichtig ist dabei: jede Frau erlebt die Wechseljahre anders. Probiere aus, was dir persönlich guttut und hole bei starken oder belastenden Beschwerden medizinischen Rat ein.

Häufige Fragen

Hinweis: Die genannten Wirkungen beruhen ganz oder teilweise auf Erfahrungen aus der Naturheilkunde und ersetzen keine medizinische Beratung. Weitere Hinweise in den Nutzungsbedingungen.

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