Basilikum – viel mehr als nur ein Küchenkraut

Basilikum gehört zu den bekanntesten Küchenkräutern überhaupt. Sein unverwechselbares Aroma verleiht mediterranen Gerichten eine frische, würzige Note. Doch die Pflanze kann viel mehr, als nur Speisen zu verfeinern. Seit Jahrtausenden wird Basilikum in verschiedenen Kulturen als Heilpflanze geschätzt. Bereits im alten Indien galt es als heilige Pflanze, während es in der europäischen Volksheilkunde vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Nervosität und Erkältungen eingesetzt wurde.

Auch wenn Basilikum heute vor allem als Gewürz bekannt ist, lohnt sich ein genauer Blick auf seine wertvollen Inhaltsstoffe und seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Wenn du Basilkum im Garten oder auf dem Balkon kultivierst, hast du jederzeit eine Heil- und Gewürzpflanze zur Hand.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzüberblick

  • Botanischer Name: Ocinum basilicum
  • Volksnamen: Königskraut, Königsbalsam, Krampfkräutl, Basilienkraut, Pfefferkraut, Suppenbasil
  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Blütezeit: Ende Juni bis September
  • Standort: sonnig, warm und windgeschützt; nährstoffreicher, lockerer Boden; gedeiht sehr gut in der Nähe von Tomaten
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, junge Triebspitzen, blühendes Kraut
  • Sammelzeit: Mai bis September, vorzugsweise kurz vor der Blüte

Erkennungsmerkmale des Basilikums

Basilikum ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht je nach Sorte eine Höhe von etwa 20 bis 60 Zentimetern, unter guten Bedingungen auch bis zu 90 Zentimetern.

Typisch sind:

  • vierkantiger Stängel
  • gegenständig angeordnete, eiförmige Blätter
  • glatte bis leicht gewellte Blattränder
  • intensive aromatische Duftentwicklung beim Zerreiben
  • weiße bis rosafarbene Lippenblüten in Scheinquirlen

Das intensive, süßlich-würzige Aroma ist eines der sichersten Erkennungsmerkmale. Die zahlreichen Sorten unterscheiden sich teilweise deutlich in Blattgröße, Farbe und Duft.

Basilikum stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Indiens, Südostasiens und dem tropischen Asien und ist somit streng genommen kein heimisches Heilkraut. Die Pflanze wird zwar in Mitteleuropa seit Jahrhunderten kultiviert, in freier Natur findest du sie aber nördlich der Alpen nicht. Basilikum benötigt viel Wärme und stirbt unter 10 °C oder beim ersten Frost ab.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Heilkraft des Basilikums beruht auf einer Vielzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe, die sich gegenseitig ergänzen. Zu den wichtigsten gehören:

Ätherisches Öl (0,3 – 1,5 %)

Je nach Sorte setzt sich das ätherische Öl unterschiedlich zusammen. Wichtige Bestandteile sind unter anderem:

  • Estragol
  • Linalool
  • Eugenol
  • Cineol
  • Citral

Diese Stoffe besitzen unter anderem:

  • antibakterielle Eigenschaften
  • pilzhemmende Wirkung
  • teilweise antivirale Effekte
  • krampflösende Eigenschaften
  • entzündungshemmende Wirkung

Gut zu wissen:
Das in Basilikum enthaltene Estragol hat sich im Tierversuch in hohen Dosierungen als krebserregend und geburtsschädigend erwiesen. Für die Untersuchungen wurde jedoch das extrahierte Estragol in sehr hohen Mengen angewendet. In üblichen Mengen – als Gewürz oder Tee genossen – gibt es keinen Anlass für Bedenken. In der Schwangerschaft sollte Basilikum nicht in hohen Dosierungen als Tee eingenommen werden. Auch von der Anwendung des ätherischen Öls ohne fachliche Anleitung ist abzuraten.

Gerbstoffe

Sie wirken leicht zusammenziehend und können gereizte Schleimhäute beruhigen.

Flavonoide

Flavonoide wirken antioxidativ und schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Rosmarinsäure

Rosmarinsäure besitzt entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften und kommt bei vielen Lippenblütlern vor.

Bitterstoffe

Sie regen die Bildung von Verdauungssäften an und unterstützen die Verdauung.

Vitamine und Mineralstoffe

Frische Blätter enthalten unter anderem die Vitamine A, C und K sowie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Kalium.

In den üblichen Verzehrmengen tragen sie zwar nur begrenzt zur Versorgung bei, ergänzen jedoch den gesundheitlichen Wert der Pflanze.

Wirkungen – volksmedizinisch und wissenschaftlich nachgewiesen

Basilikum begleitet die Heilkunde verschiedener Kulturen seit mehreren Jahrtausenden. Besonders in der europäischen Klosterheilkunde, der traditionell mediterranen Pflanzenheilkunde sowie im Ayurveda wurde die Pflanze bei zahlreichen Alltagsbeschwerden eingesetzt.

Traditionelle Anwendungen:

  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, leichte Magenkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Erkältungen und Husten
  • nervöse Unruhe und Stress
  • leichte Schlafstörungen
  • allgemeine Schmerzen und Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden und krampfartige Regelschmerzen
  • Unterstützung des weiblichen Zyklus
  • sexuelle Unlust
  • unerfüllter Kinderwunsch (vor allem in der traditionellen persischen und ayurvedischen Medizin)
  • leichte Erschöpfung

Schon im Mittelalter wurde Basilikum als Frauenheilmittel verwendet. Es soll die Menstruation und Milchbildung fördern. Insbesondere in der Volksmedizin galt Basilikum als wärmendes, durchblutungsförderndes und harmonisierendes Kraut, das Körper und Geist gleichermaßen stärken sollte.

Die moderne Forschung bestätigt inzwischen einige dieser traditionellen Anwendungen. Gut untersucht sind vor allem:

  • antioxidative Wirkung
  • entzündungshemmende Eigenschaften
  • antibakterielle Aktivität gegen verschiedene Keime
  • krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur
  • verdauungsfördernde Effekte
  • möglicherweise schmerzlindernde (analgetische) Eigenschaften
  • beruhigende und stressreduzierende Effekte

Einige kleinere Studien deuten darauf hin, dass Basilikum beziehungsweise einzelne Inhaltsstoffe krampfbedingte Menstruationsbeschwerden lindern können. Als mögliche Ursachen werden die entspannende Wirkung auf die Muskulatur sowie entzündungshemmende Mechanismen diskutiert.

Auch eine schmerzlindernde Wirkung wurde in Labor- und Tierstudien sowie einzelnen Humanstudien beobachtet. Verantwortlich gemacht werden unter anderem Eugenol und Rosmarinsäure, die entzündungshemmende Signalwege beeinflussen können.

In der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden könnte Basilikum ebenfalls eine Option sein. So zeigte eine iranische Studie, dass durch die Einnahme von 250 mg Basilikumextrakt über einen Zeitraum von 4 Wochen die Beschwerden deutlich gebessert wurden.

Die häufig erwähnte Anwendung bei Kinderwunsch oder verminderter Libido beruht überwiegend auf traditionellen Erfahrungen und historischen Überlieferungen.

Insgesamt gilt Basilikum deshalb als interessante Heilpflanze mit vielversprechenden pharmakologischem Potential. Bisher wurden die traditionellen Einsatzgebiete nur teilweise durch hochwertige klinische Studien bestätigt. Hier gibt es in Zukunft sicher noch viel Forschungsbedarf.

Anwendungsformen von Basilikum

Je nach gewünschter Wirkung eigenen sich unterschiedliche Zubereitungen.

Frischer Genuss

Basilikum - frisch ein besonderer Genuss

Frische Blätter enthalten besonders viel flüchtige Aromastoffe. Sie eignen sich für:

  • Salate
  • Kräuterbutter
  • Pesto
  • Kräuterquark
  • Gemüsegerichte
  • Smoothies

Da Hitze einen Teil der ätherischen Öle zerstört, solltest du Basilikum möglichst erst kurz vor dem Servieren hinzufügen.

Tee (Wasserauszug)

Wasser eigenet sich besonders gut zur Gewinnung von:

  • Gerbstoffen
  • Flavonoiden
  • Rosmarinsäure
  • wasserlöslichen Pflanzenstoffen

Ein Teil der ätherischen Öle geht ebenfalls in den Aufguss über.

Basilikumtee kannst du anwenden bei:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • nervöser Unruhe
  • leichter Erkältung

Tinktur (Alkoholauszug)

Ein Alkoholgehalt von 40 bis 60 % Vol. eignet sich besonders gut zur Extraktion von ätherischen Ölen, Rosmarinsäure und weiteren phenolischen Verbindungen.

Die Tinktur wird tropfenweise eingenommen oder äußerlich verwendet.

Ätherisches Öl

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es findet Verwendung:

  • in der Aromatherapie
  • in Duftlampen
  • stark verdünnt als Massageöl
  • in Einreibungen

Es sollte niemals unverdünnt auf größere Hautflächen aufgetragen oder innerlich ohne fachkundige Begleitung angewendet werden.

Volksglauben und Mythologie

Kaum ein anderes Küchenkraut besitzt eine so widersprüchliche Symbolik wie Basilikum.

Im alten Indien gilt insbesondere das verwandte Heilige Basilikum (Ocinum tenuiflorum) bis heute als heilige Pflanze. Es symbolisiert Reinheit, Schutz und göttlichen Segen.

Im antiken Griechenland verbanden sich mit Basilikum dagegen sowohl Glück als auch Trauer. Im Mittelalter schrieb man der Pflanze schützende Kräfte gegen böse Geister zu. Man legte Basilikum in Häuser oder trug es am Körper, um Unglück fernzuhalten.

In Italien entwickelte sich Basilikum zum Symbol der Liebe. Ein Topf Basilikum auf dem Fensterbrett konnte als Zeichen romantischen Interesses verstanden werden.

In vielen Regionen Europas galt die Pflanze außerdem als Glücksbringer für Haus und Familie.

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Basilikum gilt als sehr gut verträgliches Küchenkraut. Dennoch solltest du einige Punkte beachten:

  • Das ätherische Öl enthält – je nach Sorte – unterschiedlich hohe Mengen Estragol.
  • Estragol zeigte als isolierter Stoff in sehr hohen Dosierungen im Tierversuch ein gesundheitliches Risiko. Die beim normalen Verzehr von Basilikum aufgenommenen Mengen gelten nach heutigem Kenntnisstand jedoch als unproblematisch.
  • Konzentrierte Präparate oder ätherisches Öl sollten nicht dauerhaft und nicht hoch dosiert innerlich angewendet werden.
  • Schwangere und Stillende sollten auf hochkonzentrierte Zubereitungen verzichten.
  • Menschen mit Allergien gegen Lippenblütler sollten Basilikum zunächst vorsichtig ausprobieren.
  • Das ätherisches Öl sollte stets verdünnt angewendet werden.

Sammeltipps

In der freien Natur findest du Basilikum nur südlich der Alpen. Du kannst es aber im Garten oder auf dem Balkon leicht selbst anbauen. Neben Tomaten gedeiht es besonders gut und verbessert ganz nebenbei auch deren Geschmack.

Wenn du Basilikum selbst ernten möchtest, beachte einige einfache Regeln:

  • Ernte möglichst am späten Vormittag nach Abtrocknen des Taus.
  • Schneide ganze Triebspitzen statt einzelner Blätter ab – so verzweigt sich die Pflanze besser und bildet mehr neue Triebe.
  • Ernte bevorzugt kurz vor der Blüte, da dann der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch ist.
  • Entferne regelmäßig Blütenstände, wenn du lange frische Blätter ernten möchtest – nach der Blüte schmecken die Blätter oft bitterer.
  • Zum Trocknen eigenen sich schattige, luftige Orte. Das Aroma bleibt allerdings deutlich besser erhalten, wenn du das Basilikum einfrierst.

Rezepte mit Basilikum

Beruhigender Basilikumtee

2 Teelöffel frische oder 1 Teelöffel getrocknete Basilikumblätter mit heißem, nicht mehr kochenden Wasser übergießen, zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Ein bis zwei Tassen täglich können besonders nach dem Essen wohltuend sein. Bei Schlafproblemen fördert eine Tasse Basilikumtee am Abend die Entspannung.

Basilikum-Tinktur

Zutaten:

  • etwa 20 g frische Basilikumblätter
  • 100 ml hochprozentiger Alkohol (40 bis 60 %)
  • Schneidbrett und Messer
  • sauberes Schraubglas
  • Kaffee- bzw. Teefilter oder feines Sieb
  • dunkle Tropfflasche zur Aufbewahrung

Zubereitung:

Basilikum klein schneiden, damit die wertvollen ätherischen Öle gut austreten können. Kräuter in ein Schraubglas füllen und mit dem Alkohol übergießen. Achte darauf, dass alle Blätter mit Alkohol bedeckt sind.

Das Glas verschließen und an einen warmen, hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Den Ansatz jeden Tag leicht schütteln und immer darauf achten, dass alle Pflanzenteile bedeckt sind.

Nach zwei bis vier Wochen den Ansatz durch ein feines Sieb oder einen Kaffee- bzw. Teefilter gießen. Die Tinktur in eine dunkle Tropfflasche füllen. Kühl und dunkel gelagert ist die Basilikum-Tinktur viele Monate haltbar.

Die Tinktur kann innerlich und äußerlich angewendet werden.

Bitte beachte: Wegen des Alkoholgehalts ist die Einnahme der Tinktur für Kinder, Schwangere und Stillende sowie bei Leberpatienten und Alkoholkranken nicht geeignet.

Verdauungsförderndes Kräuteröl

Zutaten:

  • eine Handvoll frische Basilikumblätter
  • 250 ml hochwertiges Olivenöl

Zubereitung:

Die Basilikumblätter leicht anquetschen und vollständig mit Öl bedecken. Das Öl an einem warmen Ort zwei bis drei Wochen ziehen lassen, anschließend abfiltern.

Das Öl pass hervorragend zu Salaten, Tomaten oder mediterranen Gemüsegerichten.

Fazit

Basilikum ist weit mehr als ein aromatisches Gewürzkraut. Seine ätherischen Öle, Flavonoide und weiteren sekundären Pflanzenstoffe machen es zu einer interessanten Heilpflanze für den Alltag. Besonders bei leichten Verdauungsbeschwerden, nervöser Unruhe oder als wohltuender Kräutertee kann Basilikum eine sinnvolle Ergänzung sein.

Auch wenn viele traditionellen Anwendungen von Basilikum bisher nicht abschließend wissenschaftlich belegt sind, sprechen zahlreiche Untersuchungen für seine antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften. Wenn du Basilikum selbst anbaust, profitierst du von einer unkomplizierten Pflanze, die den ganzen Sommer über frische Blätter liefert.

So verbindet Basilikum auf besondere Weise Genuss, Gartenfreude und jahrhundertealtes Heilpflanzenwissen. Es verdient nicht nur seinen festen Platz in der Küche, sondern auch in der Hausapotheke.

Häufige Fragen

Hinweis: Die genannten Wirkungen beruhen ganz oder teilweise auf Erfahrungen aus der Naturheilkunde und ersetzen keine medizinische Beratung. Weitere Hinweise in den Nutzungsbedingungen.

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